NAIAS 2005

 

Der Flatischler Willi ist mit mir in Amerika gewesen. Und dort war unser Ziel die NAIAS 2005 (North America International Autoshow). Im folgenden Artikel werde ich versuchen, Euch unsere Eindrücke zu vermitteln.

Der Gedanke auf die NAIAS zu fahren, kam mir schon im Vorjahr beim Besuch der Wiener Auto Messe, weil ich mir dachte: „Das ganze muss doch in Amerika noch viel größer sein und außerdem zeigen sie dort noch dazu die Autos her, die mich am meistem interessieren“. Also, in die Detroit Motor-Show kann man ja einfach kommen: Flugticket kaufen, zum richtigen Zeitpunkt vor Ort sein, Eintrittskarte um $ 12.– lösen, reingehen , fotografieren,....! Aber so leicht wollte ich es mir nicht machen. Noch dazu, wo da sicher noch mehr Menschen die diversen Stände bevölkern als in Wien, also müsste man bei den Pressetagen versuchen, die Show zu besuchen.

GM-Ausstellungsstand

Durch unser American Auto Festival in der SCS hatten wir schon jahrelang recht gute Verbindungen zu der Amerikanischen Botschaft in Wien, also dachte ich mir „fragen kostet nichts“, und in der Botschaft sitzt ein sehr netter Herr namens Dr. Weinschenk und den frag ich einmal ganz unverbindlich. Dr. Weinschenk war sehr bemüht, hat sofort ein E-Mail nach Detroit an die Messeleitung geschickt, und dann hieß es warten. Man freue sich, mich und einen Kollegen zu den Pressetagen einladen zu dürfen und wir sollen uns im Oktober oder November nochmals melden. Super! Geklappt!

Durfte nicht fehlen: Mustang GT 2005

Um neun Uhr früh am Sonntag den 9. 1. im ersten Stock Zimmer 02-35 bei einer sehr freundlichen jungen Dame bekommen wir unsere VIP-Karten und Eintrittsbänder ausgehändigt, die wir jeden Tag, an dem wir die Show besuchen wollen, erneuern müssen. Ein kurzer Sicherheits-Check und die Türen gehen auf. Wir sind drinnen. Gleich rechts beginnt der Ford-Stand. Mit chromblitzenden Motor-Schnitten und einem mächtigen Pickup im Harley Design auf einem Drehteller empfängt uns die Messehalle. Ein Stück weiter davor, ebenfalls auf einem Drehteller, steht der neue Ford GT, daneben der Mustang als Fastback und als Cabrio, Thunderbird, Taurus, Focus, ja auch den gibt´s in Amerika, Fusion usw.

Taurus NASCAR-Racer

Zwischen all den neuesten Autos, die Ford zu bieten hat ist noch was ganz tolles aufgebaut. Ein Ford GT in rot mit weißen Streifen in der Mitte auseinander geschnitten, mitten durch Radio, Rückspiegel, Mittelkonsole, Motor, Getriebe, ... und in Sichthöhe, einen Meter auseinander, mit den Schnittseiten auf einer riesigen Plexiglasscheibe montiert. Dem noch nicht genug hat man auch noch von außen so manche Schnitte vorgenommen, um die Radaufhängung oder die Türinnenseiten und so manches mehr, besser in Augenschein nehmen zu können. Gleich ein Stück dahinter, direkt vor dem GM-Stand ein Taurus NASCAR-Rennwagen und dahinter aufgefädelt Mustangs von verschiedenen Tuningfirmen veredelt.

Ford GT als 1:1 Schnittmodell

Unmittelbar links von Ford ist Jeep mit seinem Stand. Eine typische Kleinstadt mit Grünanlage und Felsenwand sind dort aufgebaut. An der Felsenwand hängt ein Jeep Rubicon und gleich daneben stürzt ein Wasserfall den künstlichen Felsen herunter. Aber kein gewöhnlicher Wasserfall. In verschiedenen Mustern stürzt das Wasser in ein künstliches Becken. JEEP steht da mitten im Wasser. USA, 2005, die amerikanische Flagge, Sterne, ein Kühlergrill von Jeep, alles mit Wasser geschrieben. Man kann sich das eigentlich gar nicht vorstellen, aber ich hab´ natürlich auch meine Filmkamera dabei, und somit kann ich das ganze auf Zelluloid (eigentlich Digital) bannen und Euch mitsamt der ganzen Motor-Show bei Gelegenheit vorführen.

Imposantes Display von Jeep

Vis a Vis beginnt der GM-Stand. Mit einem zehn Meter breiten Gang, der sich nach hinten zu verjüngt, und mit einem Gegenstück aus Licht und Stoffbahnen an der Hallendecke, führt man uns mitten hinein. Vorbei an einer Gesamtvorstellung, Hummer, Buick, Saturn Pontiac, Saab, GMC, Cadillac und Chevrolet stehen wir inmitten der Journalisten aus aller Welt und warten, bis die Arena geöffnet wird. Um uns einen guten Platz mit guter Sicht zu sichern, sind wir ziemlich weit vorne in der Warteschlange und kaum wird der Vorhang geöffnet, sind wir schon drinnen und finden einen Sitzplatz auf der Tribüne.

Pontiac Solstice Roadster

Noch fünf Minuten bis zum Beginn des ersten Acts, tönt es aus der Lautsprecheranlage. Kurz darauf wird es immer dunkler und die Show kann beginnen. Kurze Vorstellung der Produkte durch GM-Chairman Rick Wagoner, der wird abgelöst durch den Group-Vice-President Tom Stephens und schon öffnen sich die Tore und heraus fährt GMC´s Hybrid-SUV-Studie „Graphyte“. Der Graphyte kombiniert einen Vortec 5,3 Liter V8 mit zwei in einem 4L60E Hydra-Matic Getriebe integrierte Elektromotoren. Gleichzeitig wird auch der Diesel Opel Astra Hybrid vorgestellt.

GM's "Wunderchassis"

Anschließend kommt GM´s Planungs-, Forschungs– und Entwicklungs-Vize Larry Burns auf die Bühne und mit ihm kommt lautlos das Brennstoffzellen-Skate-Board-By-Wire-Konzept gefahren. Und anschließend der darauf basierende „Sequel“ . Es war eine ziemlich kurzweilige Stunde, die wir in der Arena verbracht haben. Dann haben wir uns beim hinausgehen noch ein bisschen bei Chevrolet, Pontiac und Cadillac umgesehen und haben so die Vorstellung von Chrysler verpasst.

Bullig wie gewohnt: Dodge Ram

Auf der nun freistehenden Bühne bei Chrysler, gleich hinter den mächtigen RAM´s von Dodge stehen sie: Gladiator, Firepower und Hurricane. Der Gladiator ist optisch ein CJ ähnlicher Pickup, in leicht militärischem Design. So manche amerikanische Journalisten behaupten, er könnte aus einer M*A*S*H Episode herausgefallen sein. Angetrieben wird dieses 5,2 Meter lange, fast zwei Meter breite und zwei Meter hohe Monster von einem 2,8 Liter Turbodieselmotor. Über ein Sechsgang-Allradgetriebe verteilt sich die Kraft gleichmäßig auf die 265/65R X 18er Räder. Bei einer Bodenfreiheit von fast 35 Zentimetern unter den Achsen gibt es wohl kaum ein Terrain, wo der Gladiator stecken bleibt.

Jeep Gladiator

Zum Firepower fällt mir nur ein Oberbegriff ein, um ihn zu beschreiben. EINFACH SCHÖN. Egal ob innen oder außen. Auch der Willi als eingefleischter Corvette-Fan war total von den Socken. Der Firepower sieht schon am Stand schnell aus, zumindest kommt dir das so vor. Jedes Detail stimmt. Der Sportwagen ist ein modernes Auto mit klassischen Stilelementen; lange Motorhaube, kurzes Heck, kaum ein Überhang hinten, flaches bis nach hinten gezogenes Dach, großer Grill, große, breite Reifen,.... und erst innen. Helles und dunkles Leder umgeben den Fahrer, klassische Armaturen und jede Menge Chrom verwöhnen die Augen. Ganz ehrlich, der Firepower ist einer der ganz wenigen Fahrzeuge auf der Messe, in den  ich mich einfach hineinsetzen musste. Dieses Auto musste ich einfach fühlen.

Einfach schön: Chrysler Firepower

Damit der auf der Viper-Plattform basierende Firepower nicht nur schnell aussieht, sondern auch ganz schön beschleunigt sorgt ein 6,1 Liter V8 Hemi-Aggregat mit 425 PS, über das Fünfgang-Automatikgetriebe wird dann die Kraft zu den 335/30R20er Rädern weitergeleitet. 280 km/h Spitze soll der Zweisitzer mit dem getönten Glasdach erreichen. In der amerikanischen Presse stand zu lesen, dass kein anderes Auto auf der ganzen Messe den Leuten mehr Ooohhhh´s und Aaahhhh´s herausgelockt hätte als der Chrysler Firepower.

Jeep Hurricane Concept

Und nun zum Hurricane: „Zwei“ 5,7 Liter Hemi V8 mit jeweils 335 PS, Allrad-Antrieb über ein Fünfgang-Automatikgetriebe, Allradlenkung, null Meter, noch einmal, „NULL METER“ Wendekreis, 37 Zentimeter Bodenfreiheit, Kohlefaser-Karosserie, und, und, und,....! Dieser Spaß– Luxus– Freizeit– Super-Jeep wird sicher nie in Serie gehen, aber wie mir einer der Techniker, der für dieses Projekt verantwortlich zeichnete, erzählte, wollte man einfach zeigen, wozu man fähig ist und was man alles mit einem Freizeit-SUV anstellen könne. Die Firma hat jede Menge Hirnschmalz in den Hurricane hineingesteckt und hält eine ganze Reihe an Patenten.

Auch innen beeindruckt der Hurricane

Doch jetzt schnell rüber in die Cobo Arena, denn dort stellt Ford um 14:00 Uhr seine Neuheiten vor. Verflixt noch mal, haben wir uns doch glatt im Programm um eine Stunde vertan. Ford wär´ um ein Uhr drangewesen. Um 14:00 Uhr wird auch die Corvette und der Cadillac vorgestellt, aber erst morgen, das dürfen wir auf keinen Fall versäumen. Wieder zurück in der Halle strandeln wir nun auch zu anderen Ausstellern. BMW, Mercedes, VW, Audi, Lexus, Toyota, Nissan und wie sie alle heißen. Überall  schauen wir eigentlich nur kurz durch.

Lexus Roadster

Beim Smart-Stand legen wir eine kurze Drink-Pause ein. Zu trinken und zu essen wird fast bei jedem Aussteller etwas Angeboten, aber wie praktisch veranlagt die Amis sind, sieht man hier wieder. Bei den europäischen Ständen sind Bars aufgestellt und die Getränke kommen aus dem Kühlschrank. Bei der Abnahme kommt das Personal natürlich mit dem Nachschlichten nicht nach, infolgedessen, Bier W A R M ! Bei den Amerikanern sieht das ganz anders aus. Dort sind Buffets aufgebaut, die sich leicht wieder wegräumen lassen und die Getränke in riesigen Wannen mit viel Eis gekühlt, Bier K A L T ! Nicht nur unsere Flaschen blieben halbvoll am Smartstand zurück.

Aston Martin DBR1

Nun schauen wir bei den sportlicheren Typen vorbei: Ferrari, Maserati, Aston Martin, Jaguar, Lamborghini, egal wie die Edelschmieden auch heißen, überall kann man die „heißen Öfen“ ganz aus der Nähe betrachten. Beim Fotografieren passen die meisten Leute auf, ob man niemandem ins Foto läuft, wenn du Fragen hast, es wird dir bereitwillig Auskunft gegeben.

Maserati MC 12

Schön langsam wird es Zeit, die Halle zu verlassen und auf die Woodward Avenue zu fahren, um ein nettes Lokal fürs Abendessen zu finden. Der Willi hat versprochen, er wird probieren, über unsere gemeinsame Reise einen Bericht zu schreiben, also halt ich mich zurück und berichte nur über die Detroit Motor Show. Man wird sehen.

Das Nachtleben ruft!

Am nächsten Tag gleich nach dem Frühstück holen wir uns wieder unsere VIP-Karten, gehen in die Halle, machen ein paar Fotos und auf einmal kontrolliert mich ein Security und will wissen :“Where is the yellow sticker on your camera? No sticker - no photo!“. Na sowas, wo zum Teufel nehm´ ich sowas her. Also rauf ins Zimmer 35 zu der netten jungen Dame, doch, die weiß auch nichts. Nach gut einer Viertelstunde herumtelefonieren hat sie erfahren, wo es diese „yellow stickers“ gibt. Damit uns nichts passiert, und sie auch ganz sicher ist, daß wir bekommen, was wir brauchen, begleitet sie uns bis zu dem Stand im Vestibül und sagte dem Deckmanager, was wir brauchen.  Nun mussten wir nur noch ein Formular ausfüllen und vorweisen, daß unsere Fotoapparate auch wirklich Fotoapparate sind und schon hatten wir auf jeder unserer Kameras einen „yellow sticker“. Also, auf ein Neues!

Ford-Stand mit Mustang Cabrio

Jetzt sind wir wieder bei Ford in die Halle gegangen und konnten sehen, was da gestern in der Arena vorgestellt worden war. Neben dem neuen Fusion, der von der Presse belagert wurde stand ein Etwas, ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll, da dort noch mehr Leute drum herumstanden und man ihn in der hellen Beleuchtung kaum sah. „Ford Shelby GR-1“ ein Concept von Carroll Shelby in Zusammenarbeit mit Ford. Aluminium-Karosserie, hochglanzpoliert. Ausgestattet mit einem 605 PS starken 427 cubic-inch-V10-Motor. Ich kann Euch sagen, es hat lange gedauert, bis wir den auf Film bannen konnten. Er sieht aber auch atemberaubend aus. Stellt Euch mal vor, der kommt Euch im Sommer entgegen und die Sonne spiegelt sich in der Karosserie. Schier unmöglich, aber geil aussehen tut´s trotzdem.

Aus dem Stoff bestehen Träume: Shelby GR-1

Da fällt mir gerade ein, ich hab´ ganz vergessen, über die Audi-Concept-Präsentation gestern am späten Nachmittag zu erzählen. Nachdem ein sich dauernd versprechender, kaum des Englischen mächtiger Audi-Chef Dr. Martin Winterkorn ellenlang rezitierte, nur um anschließend vom Amerika-Chef von Audi abgelöst zu werden, der konnte wenigstens englisch, kam dann wieder Dr. Winterkorn und endlich, endlich fiel der Vorhang. Dahinter kam ein zweiter zum Vorschein. Nachdem auch dieser gefallen war, erblickten wir den dritten Vorhang. Und dann, Willi und ich haben schon gerätselt, was da wohl zu sehen sein wird, fällt endlich der letzte Vorhang und dahinter ein, nun auf den ersten Blick sah´s aus wie ein ganz gewöhnlicher Audi A6 Kombi. Das soll ein Concept-Car sein. Kaum einsetzender Applaus verebbte sofort wieder und Willi und ich gingen weiter.

Fahrbarer Panzerschrank?

Wieder zurück zu Ford, egal ob Chrysler, GM oder eben Ford, in Amerika stellt man sich etwas  anderes unter Concept vor. Eben so wie der GR-1 oder der Synus, der gleich auf der anderen Seite stand. Ein Diesel-Panzerknacker-Mini-Van-Tresor-Concept. Eigentlich nicht zu verwirklichen, aber gewisse Stilelemente werden sich bestimmt irgendwo gebrauchen lassen. Wieder gegenüber steht ein neuer Fairlane. „The Fairlane is back“ allerdings nur als Concept für einen Mini Van. Laut USA TODAY „a people mover - crossover - looks like a SUV“.

Urahn: Lincoln Zephyr 1936

Gleich nach Ford kommt Lincoln und das erste Auto am Stand ist ein 1936er Lincoln Zephyr mit seinem neuesten Pendant. Also mir persönlich gefällt der alte besser. Ein Stück weiter ist ein dunkelrotmetallicfarbener Lincoln Mark LT. Ein Edel-Pickup auf Basis des Navigator und die Jungs von Orange County Choppers kreierten ein Mark LT Bike in derselben Farbe. Das gäbe ein Bild auf unseren Straßen: Ein neuer Mark LT und auf der Ladefläche ein gleichfärbiger Lincoln Chopper mit Harleymotor. Dunkelrot, Chrom und weißes Leder; genau wie das Auto. Halt, nicht ganz, denn beim Pick Up ist die Ladefläche natürlich aus feinstem Edelholz. Es ist ja schließlich ein Lincoln.

Luxuspickup Lincoln Mark LT

Ein kurzer Abstecher noch zu Chrysler, die haben den neuen Hemi Charger eben vorgestellt. Der Viertürer sieht aus wie ein Coupe mit seinem kleinen hinteren Seitenfenster. Die ganze Karosserieform ist ein bisschen an die Klassiker der späten Sechziger und frühen Siebziger angelehnt. Auch mit der Power braucht sich der Charger nicht zu verstecken. In seiner stärksten Motorisierung mit dem Hemi kommt er immerhin auf stolze 340 Pferde und das zu einem recht fairen Preis von $30.000.–! Während ich vor dem Charger hin und her ging, um mit meiner Kamera die beste Position zu finden, war gerade eine große amerikanische Fernsehstation dabei, einen Bericht zu drehen. Bei der Besprechung stand das Team links und die Moderatorin rechts vom Wagen und der Regisseur wollte sie bei sich haben, um Einzelheiten zu besprechen. Nach einem Blick auf mich war das einzige, was sie sagte: „Just a moment, there is a man on work.“

Dodge Hemi Charger

Doch schön langsam wird es Zeit, wieder bei GM vorbeizuschauen, denn gleich beginnt der Vorstellung dritter Akt: Wir sitzen wieder auf den Tribünen und harren der Dinge, die da kommen sollen. Auf unseren Sitzen waren Ohrstöpsel befestigt und vorgestellt soll die neue Corvette Z06 werden und die Rennversion C6-R. Es wird dunkel in der Arena und auf die Bühne kommt Robert „Bob“ Lutz, der große alte Mann bei GM. Nach einer kurzen Begrüßung und Ansprache brüllte über Lautsprecher ein Corvettemotor auf und wurde immer lauter. Ganz rechts in der Ecke öffnete sich ein Tor und die C6-R kam zum Vorschein. Der Motorsound über Lautsprecher wurde immer leiser, aber der Originalton des Rennwagens dafür immer lauter.

Die neue C6-R für die Rennsaison 2005

Der Rennfahrer Ron Fellows, der die vorige Saison fast alles gewonnen hatte, fuhr in voller Rennmontur auf die Bühne. Bob Lutz stellte ihn vor, erzählt, dass die C6-R ihr Debüt im März 2005 bei den 12 Stunden von Sebring geben wird (die Fahrer mit der legendären #3 sind Ron Fellows, Johnny O`Conell und Max Papis die # 4 wird von Oliver Gavin, Olivier Beretta und Jan Magnussen pilotiert), und dass der neue 7 Liter LS7 Motor 500 PS hervorbringt, übrigens der stärkste je gebaute Small Block, ein paar Goodies besitzt wie zum Beispiel Titan-Ventile, geschmiedete Kurbel– und Nockenwelle, einen 6-Bolzen-Block, Trockensumpfschmierung, eine Verdichtung von 11:1 und so weiter und so fort. Aber dies bezieht sich nicht auf diesen Rennwagen, der Motor ist in der neuen Z06! Und aus dem offenen Tor kommt sie. Nicht ganz so laut wie die Rennmaschine, aber der Sound lässt sich hören. Wer schon mal sparen will, die Z06 soll im letzten Viertel des Jahres 2005 in Amerika auf den Markt kommen und deutlich teurer als die $52.000.– des Vorgängermodells sein, aber immer noch viel günstiger als so manches andere Sportwagenmodell, das einen ähnlichen Performance-Level hat. So der Corvette Chef Ingenieur Dave Hill.

Das neue Corvette LS7 "Wundertriebwerk" mit 500 PS

Schön langsam wird es leiser und der 2006er Cadillac STS-V Supercharged fährt auf die Bühne. 440 PS leistet der 4,4 Liter Northstar V8. Rennwagen ist das Luxus-Flaggschiff von Cadillac sicher keiner, aber verstecken braucht man sich mit solchen Werten sicher auch vor niemanden. Bose Soundsystem und qualitativ hochwertiges Leder deuten auch darauf hin, dass man eine andere Käuferschicht ansprechen möchte, aber man trotzdem auf Power Pur nicht verzichten will.

Cadillac Rennwagen

Nachdem wir alles ganz genau und aus der Nähe begutachtet haben, verlassen wir die Arena und wollen uns die Bücher über die Z06 und den STS-V, die beim Ausgang verteilt werden, besorgen. Shocking!! Media only! Wir sind keine Media, bloß VIPs, also stehen uns keine Unterlagen zu. Please. No. Please we are.... No, media only! Die ganze Zeit tupft mich wer auf die Schulter, ich schau nach links und ein fremder Journalist sagt zu mir: „Come with me!“ Nach ein paar Schritten schenkt er mir seine, „I don´t need it.“ Der Willi hat aber noch immer keine. Kurz entschlossen spreche ich zwei Media-Typen gleich neben mir an, Spanier wie sich später herausstellt, und einer der beiden holt auch für Willi ein Objekt unserer Begierde.

Schnellste Serien-Corvette: Die Z06 mit 500 PS

Nachdem ich mir noch ein Autogramm von Dave Hill in mein Exemplar des Corvette-Präsentations-Buches schreiben hab´ lassen, verwöhnt mit Coca Cola, natürlich eisgekühlt, und kleinen Häppchen, verlassen wir die Show-Bühne und strandeln noch durch das Areal, schießen noch das eine oder andere Foto und verlassen die Cobo-Hall, um im Hotelpool ein bisschen zu relaxen. Morgen ist ja auch noch ein Tag.

Imposanter Dodge Stand

Den dritten Tag lassen wir etwas ruhiger angehen. Gemütlich frühstücken, Eier mit Speck und Hashbrowns, Toast mit Jelly und heißen Kaffee. In Zimmer 35 händigt man uns dann wieder unsere Tageskarten aus, die Yellow Stickers haben wir ja schon und es kann wieder losgehen.

Corvette Astro II Concept Car im GM-Headquarter

Heute sieht das ganze schon mehr nach einer Automesse, wie wir sie kennen, aus. Bei Chrysler ist die Bühne schon komplett weggeräumt. Dodge, Chrysler und Jeep sind jetzt nicht mehr durch Wände getrennt, fast alle anderen Anbieter haben auch schon ihre Neuheiten vorgestellt und so verlassen wir nach zwei Stunden das Cobo Center mit dem People Mover, einer Hochbahn, die in Detroit´s Down Town eingleisig im Kreis fährt, und steigen beim GM World Headquarter aus, um dort das Museum zu suchen. Ein richtiges Automuseum ist es zwar nicht, aber rund um den Center Tower in einem riesigen Atrium sind neue und alte GM Meilensteine platziert. Eine 53 Corvette, ein Manta Ray, eine Corvette Mittelmotor-Studie, und, und, und ....

Chevrolet Sedan in der Ahnengalerie des GM-Headquarters

Am späten Nachmittag sind wir wieder zurück und schlendern ein letztes Mal durch die Halle. Bei GM hat man die Arena auch schon abgebaut um Platz für die vielen neuen Wagen zu haben die dem Publikum ab morgen gezeigt werden sollen. Da hat man sicher noch eine ganze Weile zu tun. Für uns ist es an der Zeit, ans Nachtmahl zu denken und für mich ist es an der Zeit, schön langsam ein Ende zu finden. Mit einem großen Dankeschön an Dr. Weinschenk möchte ich nun diesen Bericht beenden.

Erwin Frey