11. CUSTOM CRUISERS AMERICAN AUTO FESTIVAL 2003

EIN FESTIVAL DER LEGENDEN

(gesehen aus privater Sicht des Club-Präsidenten Werner Steurer)

 

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Ich gebe schon zu, dass der Titel ein wenig hochtrabend klingt, aber alles in allem glaube ich, dass das schon zutrifft. Ich versuche mit ein paar Schlaglichtern diese Behauptung zu erklären:

Da war zum Beispiel das Wetter: Ich war ja schon auf die übliche Schlechtwetterveranstaltung (für die wir ja berühmt sind) eingestellt. Das heißt Gummler, Regenschutz und dickes Gewand standen bereit, da verkünden doch die Wetterfrösche ein Wochenende mit Kaiserwetter. Meine Enttäuschung war groß.......! Noch dazu, wo keiner von uns Erfahrung mit Hitze und Sonne hatte (nicht einmal der Sima Franzi von der Gastronomie, dem die Getränke ausgingen!). Immerhin hatten wir diesmal Tagestemperaturen knapp an die 30°C. Damit kann man nach 11 Festivals mit Fug & Recht behaupten, bis auf einen Blizzard hatten wir schon jedes Wetter. Aber das mit dem Schneesturm kriegen wir sicher auch noch hin.

1962er Chevy Hardtop

Saturday Night Cruising: Fast wäre ich diesmal mitgefahren (auch das wäre schon eine Sensation an sich), weil sich die Anlieferung der Auto-Revue Werbeartikel verzögerte und ich noch am Platz war, während sich das Starterfeld bereits aufbaute. Dies deshalb, weil jemand meine Mobil-Nummer falsch weitergab, sodass ich gut 70 Minuten in Sichtweite zum Transporter mit den Werbeartikeln wartete, dieweil der sich bemühte, mich (natürlich vergebens) anzurufen. Der Zufall führte dann Regie, und alles löste sich (mit McDonalds Hilfe) in Wohlgefallen auf. Ich musste danach aber blitzartig nach Hause, um die Daten für die Ford-Moderation zusammenzustellen. Warum sich dafür niemand fand versteh‘ ich nicht, beim Thema Corvette ist unaufgefordert jeder dabei, ein Ford-Centennium lässt man ungerührt beiseite, bis sich der Clubpräsident erbarmt (der selber ein GM-Freak ist – Vauxhall, Chevrolet und so...). Beim Cruising waren rund 120 Fahrzeuge dabei. Es ging unter anderem durch Baden, wo eine Menge Schaulustige sich vor dem Casino an dem prächtigen Konvoi ergötzten. Gelabt wurden die Cruiser beim Flieger-Flieger in Laxenburg. Für den Magen gab es gutes, reichliches und vor allem rasches Essen, für das Gemüt Jazz vom Feinsten von & mit Oskar Klein (ja, genau der, der einst mit Fatty George im Jazzclub spielte). Wermutstropfen: man musste vors Lokal, um Oskar genießen zu können, aber das sind Peanuts. Alles in allem hörte ich nur begeisterte Reaktionen.

Nicht zu übersehen: Chevy Suburban

Sonne, Sand & Meer: Sonne gab’s genug, ein Meer von Besuchern war auch da (knapp 6000!), das Fahrzeugmeer (470 Besucherfahrzeuge und knapp 30 clubeigene) war ebenfalls nur schwer zu überschauen. Letzteres war ein blitzendes Ensemble aus Lack und Chrom und überspannte einen Zeitrahmen von 1910 (Walter Bostl’s T Model) bis 2003 (Hummer H II). Vom Pick Up über Sedans, Wagons, Convertibles, Roadster, Trucks, 4WDs, Vans, Low Riders, bis zu Streetmachines und Bikes war alles da und diese größtenteils von hoher Qualität. Sand im Getriebe gab’s nur vereinzelt, einfach, weil schon genug Routine bei der Ausrichtung des Festes vorhanden ist. Kleinere Pannen gehören aber zum Leben dazu, wie zum Beispiel das Nichtaufhängen der Auto-Revue-Transparente, auf das mich die (äußerst charmante) Vertreterin der AR aufmerksam machte. Wir konnten diese Schlappe aber dann rasch ausbügeln.

Custom Bike der Superlative

Legenden: Da spielten zum Beispiel erstmals die Legendary Daltons für uns auf. Eine gute Band, die auch genügend Schmäh besitzt, um mit meinen Bühneneskapaden umzugehen. Jetzt müssen wir nur noch ein wenig zusammenwachsen, dann fliegen die Bonmots auf & von der Bühne wie einst mit den Dominos, was die ganze Sache ja doch deutlich lockerer macht.

Die Corvette ist natürlich "die" amerikanische Sportwagenlegende, und wurde ganz nebenbei 50 Jahre alt. Dank der Mitarbeit des Corvette Club Austria (die Familie Hochgötz vor den Vorhang!) hatten wir Vertreter von allen Corvette-Modellreihen von der C1 bis zur C5 im Bereich hinter dem VIP-Zelt versammelt. Ein durchaus schönes Bild, auch wenn ich kaum was davon mitbekam beim ewigen Herumrennen. Jedenfalls konnte ich einiges Lob von den Corvettlern für unser Festival einheimsen. Nachmittags sang sich trotz einiger technischer Pannen Österreichs Country-Legende Nr. 1, Tina Rauch in die Herzen des Publikums. Legende deshalb, weil sie die einzige österreichische Vertreterin dieses Genres ist, die in den USA einige Siege in Country-Bewerben holen konnte. Trotzdem war sie mit der Titulierung „Legende“ irgendwie nicht ganz glücklich, ich werde das sicher demnächst, wenn wir wieder zusammenkommen, büßen müssen.

Corvette "Split Window" von 1963

Die ganz große Legende, die aber fahrzeugmäßig längst nicht so plakativ vorbereitet war, wurde hemdsärmelig aus dem Hut gezaubert. Ich hatte zwar historisch einiges zusammengetragen, aber nur Bühnen-Blabla von mir zum Thema 100 Jahre Ford erschien mir doch zuwenig. Insofern denke ich, dass die Idee, mit Walter Bostl im 1910er T-Model vor der Bühne vorzufahren und in einer Co-Moderation einige Anekdoten aus den Anfängen des heute zweitgrößten Automobilherstellers der Welt zu bringen, etwas mehr Aufmerksamkeit erregte. Trotzdem schade, dass die Ford-Autos über den ganzen Platz verstreut herumstanden. Haben sie eigentlich nicht verdient.

Walter Bostl mit dem legendären Model T

Skill-Competition: Wird ja auch langsam zu einer Art Legende bei unserem Fest. Wie immer, ist es völlig sinnlos, die Leute zu animieren, sich rechtzeitig anzumelden, sie kommen erst, wenn der Bewerb schon läuft. Dank der Fa. Kirby gelang diesmal ein besonders guter Gag, denn wer hat schon mal mit dem Auto versucht, den Teppich daheim zu saugen? Das, was anfänglich ganz leicht aussah, nämlich als Beifahrer mit der Staubsaugerdüse einen markierten Weg zu verfolgen und dabei dem Fahrer Steuerkommandos zu geben, war nämlich verdammt knifflig. Alle Teilnehmer gaben ihr bestes, wenngleich die ultimative Show von den Plessls geboten wurde. Karin hängte sich und alle ihre femininen Attribute mit Todesverachtung und einer unnachahmlichen Begeisterung aus dem Beifahrerfenster des Firebird, was sie zur absoluten Road-Vacuum-Cleaner-Pin-Up-Queen krönte.

Traumcaddy aus Bayern

Automobile Highlights: Of course, es war alles da, was Rang & Namen hat. Trotzdem ist es wert, ein paar herauszugreifen: Hudson Cabrio, 1955er Cadillac Cabrio (rot, Best of Show, Richard Bründl), Ford Model T 1910 (Walter Bostl, wer sonst?), Shelby Mustang GT 500 (Bernhard Hofstätter), Peterbilt Truck (Günter Ctortnik), Willys Jeep 1943, Hummer I und Hummer II (bei diesen Ackergeräten hüpft das Herz des Landwirts), Lincoln Continental Stretch Limo, zwei Low Rider (aus Wien und Ungarn, die K.& K. Zeit feiert fröhliche Urständ) und natürlich die Corvette Corral (Copyright Anita Frey) mit Unterstützung des Corvette Club Austria. Da wären noch viel mehr, die zu erwähnen wären, aber dann wird die Liste endlos. Wichtig ist, dass praktisch jede Fahrzeugkategorie repräsentiert wurde. Außerdem fällt mir auf (eh nur bei der Preisverleihung, sonst komme ich ja nicht dazu, mir die Autos anzusehen), dass die Qualität der Fahrzeuge zunimmt, und das ist ein sehr gutes Zeichen für die Oldtimerei.

Traumhafter Hudson Eight

Rahmenprogramm: Die Musik hat perfekt gepasst. Die Tonanlage der Daltons ist sehr gut und trägt sehr weit. Das Hamburger Wettessen ist stets ein Publikumsmagnet (warum eigentlich? Nur weil es niedrige Triebe einfacher Gemüter befriedigt?). Außerdem hat McDonalds sowohl großzügig für die Kinderecke gespendet als auch sich bei den Preisen nicht lumpen lassen. Kinderecke & Kindermalwettbewerb (hier muss ich mich mal bei meinen Mädeln und der Schulfreundin meiner Tochter bedanken, die das ganz bravourös schupfen). Ist eigentlich immer nett, bei der Prämierung die großen Kinderaugen leuchten zu sehen...! Zauberer Helmut ist ein Mitstreiter von der ersten Stunde an. Eigentlich sollte er einmal einen größeren Showblock bekommen, denn er kann wirklich was! Das VIP-Zelt: war für Ford- und Corvette-Freaks gedacht, aber irgendwie hatten die Leute Hemmschwellen bei der Nutzung, denn 1 bis 2 Tische waren ständig frei. Dann das Kaffeehaus: Für mich ideal gelegen, weil ich nur ein paar Meter von der Bühne zum Kaffeehäferl hatte und Gabi & Christl sich rührend um mein leibliches Wohl sorgten. Danke Mädels! Und überhaupt ist das Kaffeehaus eine der besten Erfindungen rund um das Auto-Festival. Sogar meine Andrea hat einen Kuchen gebacken (so etwas tut sie sonst nie), was meine Carola zu der Frage veranlasste: „Warum machst Du einen Kuchen? Ist wer g’storben?“ (Originalzitat, ehrlich!). Das Glücksrad stand ganz unter dem Motto: Auch Kleinvieh macht Mist. Daran drehte jeder gerne einmal. Last but not least war da noch der Club-Info-Stand: weithin sichtbar in blau gehalten. Ich war zwar nicht dabei, denke aber, er hat seine Funktion voll erfüllt.

Highlight aus der Corvette Corral

Was bleibt zum Schluss? Es wurden 960.- Euro Reinerlös erwirtschaftet, die von der Fa. Maxum dankenswerterweise verdoppelt wurden, die als Spende an den „Verein für soziale Aktivitäten im Burgenland“ gingen. Und dann noch ein Riesen-Dankeschön an alle Custom Cruisers, die Zeit und Mühe aufwandten, um das Fest durchzuführen und gelingen zu lassen. Es war insgesamt wieder eine tolle Leistung. Die jährlich steigenden Besucherzahlen sind die beste Bestätigung dafür.

Das einzige, was uns zum totalen Glück jetzt noch fehlt ist eigentlich nur – ein Schneesturm für 2004.....

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